Bodenmarkierungen

Die Bodenmarkierungen im Baustellenbereich sind entsprechend den geltenden Bestimmungen der StVO und der Bodenmarkierungsverordnung (hier mit BMVO abgekürzt), sowie die ÖNORMen B2440 EN 1436, ONR 22440-1-2, ONR 22441 sowie die RVS 05.05.41, 05.03.11 und 05.03.12 auszuführen.

Grundsätzlich gilt gemäß RVS 05.05.41 im Baustellenbereich: Bestehende Bodenmarkierungen, die der Verkehrsführung im Baustellenbereich nicht entsprechen, sind zu entfernen oder durch eine Baustellenmarkierung zu ersetzen.

Die Baustellenmarkierung ist in Farbmarkierung bzw. Folie in retroreflektierendem Material auszuführen. Wenn die Fahrbahndecke durch das Entfernen der provisorischen Markierung nicht beschädigt werden soll, ist die Verwendung einer Markierungsfolie zweckmäßig.

Sind im Baustellenbereich bestehende Markierungen vorübergehend zu ersetzen, so sind diese in ORANGER Farbe auszuführen. Bei längerer Bauzeit (ab etwa 4 Wochen) oder bei komplexen Verkehrssituationen sind aus Sicherheitsgründen bestehende Markierungen gänzlich zu entfernen und neue Markierungen in WEISSER Farbe anzubringen.

Dies gilt auch wenn keine Bestandsmarkierungen vorhanden sind. Das Überstreichen von Markierungen mit Abdeckfarbe gilt nicht als Entfernen. Beim Abfräsen von Markierungen ist darauf zu achten, dass nicht die gefrästen Stellen unter bestimmten Witterungsbedingungen oder Lichtverhältnissen die Bilder der entfernten Markierungen erst recht wiedergeben.

Falls erforderlich sind bei kurzfristigen Maßnahmen bestehende Bodenmarkierungen durch Auskreuzen mit Markierungsfolie außer Kraft zu setzen. In Ausnahmenfällen darf in leicht überschaubaren Situationen die bestehende Bodenmarkierung belassen und durch eine Hinweistafel „Weiße Markierung ungültig" bzw. „Bodenmarkierung ungültig" außer Kraft gesetzt werden.

Nach Beendigung der Arbeiten sind vorübergehende Markierungen umgehend und dauerhaft wieder zu entfernen.

Bestimmungen gemäß StVO und BMVO:

StVO § 55 Abs. 1:

Bodenmarkierungen dienen der Sicherung, Leitung und Ordnung des fließenden und des ruhenden Verkehrs.

StVO § 55 Abs. 2:

Längs- oder Quermarkierungen, die ein Verbot oder Gebot bedeuten (z.B. Sperrlinien) oder Längsmarkierungen, die den Fahrbahnrand anzeigen, sind als nicht unterbrochene Linien auszuführen.

StVO § 55 Abs. 3:

Längs- oder Quermarkierungen, die den Verkehr leiten bzw. ordnen oder die Fahrbahn von anderen Verkehrsflächen abgrenzen, sind als unterbrochene Linien auszuführen.

StVO § 55 Abs. 4:

Sperrflächen sind als Schraffen auszuführen, die durch nicht unterbrochene Linien begrenzt werden.

StVO § 55 Abs. 5:

In bestimmten Fällen kann neben einer Sperrlinie eine Leitlinie angeordnet werden. Sind je Fahrtrichtung mindestens 2 Fahrstreifen vorhanden, so ist zur Trennung der Richtungen eine doppelte Sperrlinie anzubringen.

StVO § 55 Abs. 6:

Bodenmarkierungen sind in weißer Farbe auszuführen, ausgenommen sind Darstellungen von Verkehrszeichen, Zickzacklinien und Kurzparkzonen. Wenn es erforderlich ist, eine durch Bodenmarkierungen zum Ausdruck gebrachte Verkehrsregelung vorübergehend durch eine andere Regelung zu ersetzen, sind die dafür notwendigen Bodenmarkierungen in einer anderen Farbe auszuführen. (Die genaue Farbe wird in dieser Gesetzesstelle nicht geregelt).

BMVO § 2 Abs. 1:

Vorübergehende Bodenmarkierungen im Sinne des vorher genannten § 55 Abs.6 StVO sind in "ORANGE" darzustellen.

StVO § 55 Abs. 7:

Bodenmarkierungen werden auch durch Aufbringen von Fahrstreifenbegrenzern (Markierungsknöpfen) dargestellt.

BMVO § 2 Abs. 2:

Bodenmarkierungen sind, wenn es die Verkehrssicherheit erfordert, rückstrahlend auszuführen. Dies gilt besonders für Straßen, die mit mehr als 50 km/h befahren werden dürfen oder wo keine Straßenbeleuchtung vorhanden ist bzw. bei der Anbringung von Schutzwegen oder Radfahrerüberfahrten.

BMVO § 4 Abs. 1:

Straßenknöpfe sind Fahrstreifenbegrenzer und Markierungsknöpfe.

BMVO § 4 Abs. 2:

Die Verwendung von Straßenknöpfen für vorübergehende Bodenmarkierungen ist gestattet, wenn die Verkehrssicherheit dadurch nicht beeinträchtigt wird (z.B. Sturzgefahr für Lenker einspuriger Fahrzeuge).

BMVO § 4 Abs. 3:

Die Art und Bedeutung der durch Straßenknöpfe dargestellten Bodenmarkierung muss jeweils klar erkennbar sein. Eine doppelte Sperrlinie, die vorübergehend darzustellen ist (Baustelle), kann durch eine einzelne Reihe von Fahrstreifenbegrenzern ausgeführt werden.

BMVO § 5 Abs. 1:

Leitlinien: Strichbreiten und Längsabmessungen swu.

BMVO § 5 Abs. 2:

Warnlinie: ist anzubringen, wenn die Verkehrsteilnehmer darauf hingewiesen werden sollen, dass auf Grund bestimmter Umstände erhöhte Vorsicht geboten ist; Strichbreiten und Längsabmessungen usw.

BMVO § 6 Abs. 1:

Sperrlinien: grenzen für den fließenden Verkehr bestimmte Verkehrs flächen untereinander ab; Strich breiten usw.

BMVO § 8 Abs. 1:

Randlinien: Strichbreiten usw.

BMVO § 8 Abs. 2:

Statt vorübergehender Randlinien kann die Kennzeichnung des Fahrbahnrandes durch sonstige Einrichtungen zur Leitung und Sicherung des Verkehrs erfolgen (Leitschienen, Leitkegel,..).

BMVO § 8 Abs. 3:

Begrenzungslinien: sind unterbrochene Längsmarkierungen, die eine Hauptfahrbahn von Beschleunigungs- oder Verzögerungsstreifen trennen, oder den allein für den fließenden Verkehr bestimmten Teil der Fahrbahn von anderen Verkehrsflächen (Parkstreifen, Busbuchten,...) abgrenzen;
Strichbreiten und Längsabmessungen usw.

Die Strichbreiten der in den §§ 5 bis 8 angeführten Linien betragen mindestens 10 cm, auf Autobahnen und Autostraßen mit baulich getrennten Richtungsfahrbahnen mindestens 15 cm. Die Längsabmessungen von Strichlänge / Lücke (ausgenommen Autobahnen) betragen für:

Leitlinien: im Freiland 6 m / 9 m;
im Ortsgebiet 3 m / 3 m;
auf Autostraßen in der Regel 6 m / 12 m;
Warnlinie: in der Regel 6 m / 1,5 m;
in bestimmten Fällen 1,5 m / 1,5 m;
Begrenzungslinien: 2 m / 1 m;
auf Autostraßen 4 m / 2 m.


Ergänzungen:
Sind im Baustellenbereich Bodenmarkierungen aufzubringen, gibt es gemäß RVS 05.05.43 und 05.05.44 je Linienart unterschiedliche Darstellungsmöglichkeiten und nachfolgende Längsabstände für Markierungsknöpfe:
Leitlinien - 6 m: 4 Knöpfe mit je 2 m Abstand;
Leitlinien - 3 m: 4 Knöpfe mit je 1 m Abstand.

Warnlinie: KEINE Darstellung durch Markierungsknöpfe.
Sperrlinie: mindestens 12 cm breit, im Normalfall Knöpfe alle 2 m, in Verschwenkungsbereichen alle 1 m, Fahrstreifenbegrenzer alle 9 m
Sind im Baustellenbereich entgegengesetzte Fahrtrichtungen durch Bodenmarkierungen zu trennen, gibt es folgende Möglichkeiten:

  • Fahrstreifenbegrenzer alle 15 m mit zusätzlicher Baustellenmarkierung oder mit zusätzlichen Markierungsknöpfen alle 2 m
  • Fahrstreifenbegrenzer alle 9 m

BMVO § 9:

Anwendung von Sperr- und Leitlinien
ACHTUNG: Bei Baustellen sind, abhängig von Baustellenlänge, bzw. -dauer, und der Begegnungshäufigkeit von Schwerfahrzeugen, die Gesamtbreite oder die Breite einzelner Fahrstreifen festzulegen.

Eine andere Maßnahme kann sein, dass bei ungenügender Breite der zur Verfügung stehenden Fahrfläche eine Breitenbeschränkung für Fahrzeuge verfügt wird oder eine Fahrtrichtung gesperrt wird. Deshalb werden in den folgenden Absätzen nur einzelne Bestimmungen herausgegriffen.

BMVO § 9 Abs. 1:

Fahrstreifenbreiten für zumindest einen oder den äußerst rechten Fahrstreifen betragen im Allgemeinen zwischen Sperrlinien 2,9 m und zwischen Leitlinien 2,6 m (Ausnahmen siehe Verordnungstext).

BMVO § 9 Abs. 3:

Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine Sperrlinie durch eine Warnlinie ersetzt werden.

BMVO § 9 Abs. 4:

Im Allgemeinen ist vor jeder Sperrlinie eine Warnlinie aus mindestens 10 Einzelstrichen anzubringen.

BMVO § 9 Abs. 5:

Werden auf Straßen mit Gegenverkehr vier oder mehr Fahrstreifen durch Bodenmarkierungen gekennzeichnet und liegt keine bauliche Trennung vor, so sind die entgegengesetzten Richtungen durch eine doppelte Sperrlinie zu trennen. Dies gilt nicht für Aufweitungen im Bereich von Kreuzungen.

BMVO § 10 Abs. 1 und 2:

Wird in einer Fahrtrichtung die Anzahl der Fahrstreifen reduziert, so sind Markierungen im Freiland auf eine bestimmte Länge zu verziehen und im Ortsgebiet den örtlichen Verhältnissen anzupassen. Gegenüber einem Gegenverkehr ist eine Sperrlinie anzubringen.

BMVO § 11 Abs. 1 und 2:

Absicherung von Hindernissen auf oder neben der Fahrbahn durch Sperrlinie oder Sperrfläche bzw. Randlinie und Sperrfläche.

BMVO § 12 Abs. 1 bis 6:

Bodenmarkierungen auf unübersichtlichen Straßenstellen durch (doppelte) Sperr- oder Warnlinie.

Ergänzungen:
Bei Baustellen werden im Allgemeinen in solchen Fällen andere Hilfsmittel als Markierungen zum Einsatz kommen. Es kann aber notwendig oder vorteilhaft sein, zusätzlich Sperrlinien oder Sperrflächen anzubringen, besonders als Trennung entgegengesetzter Fahrtrichtungen.

BMVO § 13 Abs. 3:

Beginn und Verlauf eines Radfahrstreifens sind durch wiederholte Markierung mit Fahrradsymbolen zu kennzeichnen, das Ende durch die Schriftzeichenmarkierung "Ende".

BMVO § 14 Abs. 1 und 2:

Haltelinien müssen eine Breite von mindestens 50 cm haben und sind nur auf dem Teil der Fahrbahn anzubringen, für den sie maßgebend sind.

BMVO § 15 Abs. 1 und 3:

Ordnungslinien müssen mindestens eine Breite von 30 cm haben. Das Strich-/Lückenverhältnis beträgt 60 cm / 30 cm. An Stelle von Rechtecken können Dreiecke verwendet werden, die bei einer Basis von 60 cm in einem Abstand von 30 cm anzubringen und mind. 60 cm hoch sind.

BMVO § 16 Abs. 2:

Sind Schutzwege auszuführen, so müssen die einzelnen Längsstreifen 50 cm breit und jeweils in diesem Abstand voneinander entfernt sein. Die Breite des Schutzweges soll in der Regel mindestens 3 m betragen.

BMVO § 17 Abs. 1:

Sind Radfahrerüberfahrten auszuführen, so sind unter Berücksichtigung der vollen Breite der entsprechenden Radfahranlage links und rechts unterbrochene Linien anzubringen, wobei auf jeweils ein Quadrat von 50 cm mal 50 cm eine gleich große Lücke folgt.

BMVO § 21 Abs. 1:

Sperrflächen sind durch Schraffen (schräge, parallele Linien) darzustellen, die durch nicht unterbrochene Linien begrenzt werden. Für die Breite der Schraffen und der Zwischenräume gilt ein Verhältnis von 25 cm / 50 cm bzw. 50 cm / 200 cm, wobei diese Linien im Allgemeinen in einem Winkel von 45° aus der Sicht des ankommenden Verkehrs aufzubringen sind. Für die Strichbreite der Umrandung gelten dieselben Angaben und Ausnahmen wie bei den Leitlinien.

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