Baustellen längerer Dauer (RVS 05.05.43 Pläne D, E, und U; RVS 05.05.44 Pläne L und GR)

Neben Detaildarstellungen oder sonstigen speziellen Plänen wird bei dieser Gruppe grundsätzlich zwischen einem Einsatz im Freiland (F) und im Ortsgebiet (O) unterschieden. Der deutlichste Unterschied liegt dabei im Umfang der Vorankündigung und Absicherung der Baustelle.

Dies ist u.a. begründet durch die Forderung nach einem Geschwindigkeitstrichter in 20- bzw. 30-km/h Schritten von der zulässigen Geschwindigkeit im Annäherungsbereich der Baustelle und der gewünschten höchsten zulässigen Geschwindigkeit in der Baustelle selbst.

Weiters soll besonders betont werden, dass sich die niedrigsten, verordneten Geschwindigkeiten auf die Baustelle direkt beziehen und von der Einengung, Verkehrsregelung und/oder Form der Baustelle nicht abhängen. Ob ein Lenker bei einer Lichtsignalanlage "Halt" zu erwarten hat, Gegenverkehr beachten muss oder die Fahrbahn stark verengt ist, geht aus den entsprechenden VZ im Annäherungsbereich hervor und zeigt damit auch deren Wichtigkeit.

Bei einer Sperre von Fahrstreifen oder der Führung des Verkehrs über Nebenflächen (Grünstreifen, Parkstreifen,...) sind Leitbaken in folgender Aufstellung einzusetzen (entsprechend den Regelplänen RVS 05.05.43/DF bzw. EO X und RVS 05.05.44/KD und LD):

  • Mehrstreifige Straße im Freiland: 10 Leitbaken je Fahrstreifen verzogen auf 100 m Länge;
  • Mehrstreifige Straße im Ortsgebiet: 5 Leitbaken je Fahrstreifen verzogen auf 40 m Länge;
  • Einstreifige Straße in beiden Fällen: mindestens 3 Leitbaken je Fahrstreifen bzw. 1 Leitbake je 1 m seitlichem Versatz; der Versatz in der Länge kann zwischen 0 und 25 m betragen (Queraufstellung oder Verziehung)

Solche Verziehungen sind durch Warnleuchten zu kennzeichnen, wobei diese Warnleuchten durch entsprechende Koppelung zu Lauf- oder Führungslichtanlagen ausgestaltet werden können. Bei untergeordneten Straßen wird es genügen, dass ein Warnlicht an der ersten Leitbake, wichtiger auf dem ersten Steher der Längsabsicherung angebracht wird.

In allen Regelplänen der Baustellen von längerer Dauer, sowohl der RVS 05.05.43 als auch der RVS 05.05.44, sind diese Details nicht mehr dargestellt, sondern es wird durch einen Hinweis im Arbeitsbereich (z.B. Plan DF, Plan LD/GR,...) darauf verwiesen.

Neu in allen Plänen einer Baustelle von längerer Dauer ist, dass in bestimmten Fällen die eigentliche zulässige Höchstgeschwindigkeit im tatsächlichen Arbeitsbereich in Abhängigkeit der angeführten Faktoren erst eingesetzt werden muss!

Die Ursache für diese Überlegung war die teils missbräuchliche Verwendung von Tempo "30" bei Baustellen. Auch in den bisherigen Regelplänen war "30" nur bei bestimmten Fällen vorgesehen, diese Fußnote wurde aber stets überlesen, die bildliche Darstellung dieser Geschwindigkeitsbegrenzung war ja vorhanden.

Durch diese Form der Darstellung werden diese Fußnoten besonders betont. Die Verwendung der Fußnoten ist deshalb in diesem Umfang erforderlich, um die einzelnen Regelpläne den tatsächlichen Gegebenheiten leichter anpassen und sie so universeller einsetzen zu können. Eine entsprechende Beachtung der Fußnoten ist daher unumgänglich und kann entweder ein Weg lassen oder ein Hinzufügen eines Elements zum Ausdruck bringen.

Bei der Verwendung der neuen Leitbaken (mit Pfeilform) ist auf die richtige Aufstellung und auf die Eindeutigkeit in der Verkehrsführung zu achten. Besonders bei beidseitig ausgestatteten Leitbaken ist zu beachten, dass es zu keinen Missverständnissen kommen kann, besonders in Verziehungsbereichen.

Bei beidseitig beschichteten Leitbaken ist zusätzlich zwischen der Ausführung "in gleiche Richtung weisend" und "in entgegengesetzte Richtung weisend" zu unterscheiden.

Die Regelpläne RVS 05.05.44 Pläne GR betreffen Baustellen auf Flächen für Fußgänger- und/oder Radverkehr, sowohl gemischt als auch getrennt.

Das heißt, die jeweilige Verkehrsführung bestimmt auch die Mindestbreiten zwischen den Absperrungen und Häuserfluchten bzw. Fahrbahnrand. Etwaige Trennungen der Verkehrsarten sind in den Baustellenbereichen ebenfalls durchzuführen oder aufzuheben, entsprechend zu signalisieren und am Ende der Baustelle wieder rückgängig zu machen bzw. der dort geltenden Regelung anzupassen.

Bei den Regelplänen RVS 05.05.44 ist teilweise nur eine Planhälfte dargestellt, während der andere Teil eine andere Absicherungsversion beinhaltet. Beim Regelplan GR 1 können beide Halbdarstellungen je nach Art der Bauarbeiten sinngemäß gespiegelt werden, beim Regelplan GR 2 nur die obere Absicherungsversion.

Die untere Art der Verkehrsführung enthält die wichtigen Elemente der Trennung von Fußgängern und Radfahrern und Einleitung der Radfahrer in den Fließverkehr und ist nur unter diesen Voraussetzungen und in dieser Richtung anwendbar!

Weiters ist zu beachten, dass bei den Darstellungen der Absicherungen und VZ in den Regelplänen RVS 05.05.44 nur die Elemente dargestellt sind, soweit sie den Fußgänger und/ oder Radfahrerverkehr betreffen.

Nicht dargestellt sind jene Absicherungselemente für den übrigen Fahrzeugverkehr, die zusätzlich und in Abstimmung mit der Beeinträchtigung des Fließverkehrs aufzustellen sind.

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