Anbringung und Aufstellung der Verkehrszeichen

StVO § 48 Abs. 1:

Als VZ der §§ 50, 52 und 53 StVO sind Schilder aus festem Material in entsprechender Art und Größe anzubringen, sodass sie von den Lenkern herannahender Fahrzeuge leicht und rechtzeitig erkannt werden. Im Verlauf derselben Straße sind womöglich VZ mit den gleichen Abmessungen zu verwenden.

Ergänzungen:
Wenn im Bescheid nichts anderes vermerkt ist, soll sich die Größe der VZ der Baustelle an der Größe der VZ des betreffenden Straßenzuges richten.

StVO § 48 Abs. 2:

Die VZ sind auf der rechten Straßenseite oder oberhalb der Fahrbahn anzubringen, sofern sich aus der StVO nichts anderes ergibt. Die zusätzliche Anbringung an anderen Stellen ist zulässig.

Für Autobahnen gelten spezielle Regelungen (Anbringung auf beiden Seiten, d.h. links und rechts, oder oberhalb der Fahrbahn - ausgenommen nur 1 Fahrstreifen/ Fahrtrichtung oder in Gegenverkehrsbereichen oder bei Kundmachung „Ende des Überholverbots"[§ 52 lit a Z 4b und 4d StVO]).

Ergänzungen:
Eine zusätzliche Anbringung von VZ auch links kann notwendig sein, um die Aufmerksamkeit zu erhöhen oder um bei ungünstigen Trassierungsverhältnissen die notwendige Annäherungssichtweite zu gewährleisten. Wegweiser dürfen dort aufgestellt werden, wo eine bessere Erkennbarkeit gegeben ist, jedoch ist bei Umleitungswegweisern darauf zu achten, dass eine eindeutige Zuordnung zum Straßenzug gegeben ist.

StVO § 48 Abs. 4:

Auf einer Anbringungsvorrichtung für VZ dürfen nicht mehr als 2 VZ angebracht werden. Ausnahmen sind möglich (siehe Gesetzestext im Detail), treffen aber bei Baustellen kaum zu.

Ergänzungen:
Bei der Zählung sind VZ nach §§ 50, 52 und 53 StVO gemeint; Zusatztafeln (§ 54) sind zwar auch VZ, aber im notwendigen Ausmaß erlaubt.

StVO § 48 Abs. 5:

Die Unterkante eines VZ neben der Fahrbahn darf nicht weniger als 0,60 m und nur in Ausnahmefällen mehr als 2,50 m, bei Anbringung oberhalb der Fahrbahn nicht weniger als 4,50 m und nur in Ausnahmefällen mehr als 5,50 m betragen.

Bei der Anbringung von mehr als einem VZ gelten diese Werte für das untere VZ, außer die StVO schreibt bei bestimmten VZ etwas anderes vor.

Der seitliche Abstand zwischen der Fahrbahn und dem der Fahrbahn am nächsten befindliche Rand des VZ darf im Ortsgebiet nicht weniger als 0,30 m und nur in Ausnahmefällen mehr als 2,00 m, im Freiland nur in Ausnahmefällen weniger als 1,00 m und mehr als 2,50 m betragen. Bei nebeneinander angebrachten VZ gelten diese Angaben für das näher der Fahrbahn angebrachte Zeichen.

Ergänzungen:
Bei Baumaßnahmen wird die Aufstellung von VZ des Öfteren von anderen Kriterien abhängen. So sollte auf Gehsteigen bei unvermeidbaren Engstellen eine Mindestbreite von 90 cm berücksichtigt werden (Breitenbedarf eines Rollstuhlfahrers). Dadurch kann es vorkommen, dass VZ bei beengten Verhältnissen in die Fahrbahn ragen.

Bei Fahrstreifen sollte eine Mindestbreite von 2,75 m gewährleistet sein, wenn eine Fahrstreifenmarkierung vorliegt bzw. der Fahrbahnrand verschoben wird. Andernfalls ist die Markierung entsprechend aufzuheben oder zu ändern. VZ sollen einen durch Leitkegel, Leitbaken oder sonstwie dargestellten geänderten Fahrbahnrand nicht überragen.

StVO § 48 Abs. 6:

Wenn es die Verkehrssicherheit erfordert, insbesondere bei unübersichtlichem Straßenverlauf, sind in angemessener Entfernung vor dem VZ ein oder mehrere gleiche Zeichen anzubringen und mit entsprechender Entfernungsangabe bis zu der Stelle, auf die sich die VZ beziehen, auszustatten.

Das gilt insbesondere für die VZ "Fußgängerübergang", "Radfahrerüberfahrt", "Vorankündigung eines Lichtzeichens" (Verkehrsampel), "Vorrang geben" und "Wartepflicht bei Gegenverkehr". Ausnahme: Das VZ "Halt" ist durch das VZ "Vorrang geben" voranzukündigen.

StVO § 49 Abs. 2:

Auf Autobahnen sind die Gefahrenzeichen 250 - 400 m, auf anderen Straßen 150 - 250 m vor der Gefahrenstelle anzubringen (mit Ausnahmen für bestimmte bestimmten VZ).

StVO § 49 Abs. 3:

Wenn es der Verkehrssicherheit besser entspricht, sind die Gefahrenzeichen in einer anderen als im Abs. 2 bezeichneten Entfernung anzubringen. Dann ist auf Freilandstraßen unter dem VZ auf einer Zusatztafel die Entfernung bis zur Gefahrenstelle anzubringen.

Ergänzungen:
Die Verwendung von Zusatztafeln wird insbesondere dann notwendig sein, wenn auf Grund von örtlichen Verhältnissen Gefahrenzeichen nicht in den angegebenen Bereichen aufgestellt
werden können.

StVO § 49 Abs. 4:

Wenn sich Gefahrenstellen über einen längeren Straßenabschnitt erstrecken und dies nicht erkennbar ist oder nicht vermutet werden kann, so ist auf einer Zusatztafel die Länge der Gefahrenstelle anzugeben; ggf. ist das betreffende Gefahrenzeichen zu wiederholen.

StVO § 51 Abs. 1:

Vorschriftszeichen sind vor der Stelle anzubringen, für die sie gelten. Wenn es die Verkehrssicherheit erfordert, sind sie zu wiederholen. Dies gilt auch bei Überholverboten oder Geschwindigkeitsbeschränkungen für eine Straßenstrecke von mehr als 1 km, wobei die Entfernungsangaben auf Zusatztafeln zu erfolgen haben.

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